Religion

Durch die Wahl unserer Götter bestimmen wir unser Schicksal. (Vergil)

Drum prüfe wer sich ewig bindet (Goethe)

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Um ein Vorurteil zu bestätigen, daß sich Schizophrene viel mit Religion beschäftigen, habe ich diese Seite erstellt. 

Von meinen Eltern und meiner Umgebung bin ich katholisch erzogen worden. Mit 20 bin ich dann nicht mehr zur Kirche gegangen, mit 24 (1987) ausgetreten. Mit 28  (1991) bin ich in die evangelische Kirche eingetreten. nach 2 Jahren war ich den Glauben allerdings wieder los, als ich "Das Geheime Wissen der Frauen" von Walker aus dem Verlag 2001 las. Ich bin dann aber noch bis 1997 in der evangelischen Kirche geblieben. Viel habe ich mich mit der Jüdischen Religion beschäftigt. Zwischendurch habe ich mich viel mit feministischen Positionen beschäftigt, vor allem dem Konzept der Großen Göttin und ihren drei Erscheinungsformen Jugend, Reife, Alter.  Ich habe aber auch gelesen, daß Ranke-Graves, von dem dieses Konzept stammt, wohl nur die christliche Dreifaltigkeit in diese Göttin hineininterpretiert hat.  Andere Behaupten aber, dass das Christentum von der Großen Göttin profitiert hat, unter anderem durch Maria, die der Iris mit dem Horuskind ähnelt.. Ich habe dann auch die Geschichte von Frau Holle gelesen und davon gehört. Von ihr soll das Wort Hölle stammen. Bei ihr in der Unterwelt wird man zwar auch geprüft, doch die brutalen Perversionen der Christen gibt es noch nicht. Ich habe dann eine ältere Frau in Hessen getroffen, die mir sagte, daß die Vorstellung von einer Frau Holle (Hel) bis in die 70er Jahre im Vogelsberg bei den alten Frauen noch präsent war.  Auch kann ich jetzt verstehen, warum man eine Erlösung braucht, und dass das Böse nur eine Abspaltung unerwünschter Anteile von einem Selbst ist. Das war alles sehr interessant. Danach habe ich dann in der Bücherei Bücher von Karl-Heinz-Deschner gefunden, der sich als Agnostiker bezeichnet. Seine "Kriminalgeschichte des Christentums " war sehr aufschlußreich.  Hier sieht man auch, das es viele Strömungen gab (im 2.Jahrhundert schon über 140), daß sich aber die schlechtesten durchgesetz haben. Insbesondere der Ansatz von Markion hat mir gut gefallen, nämlich, daß man keine Belohnung für sein "gutes" handeln erwarten darf. Das Theodizee-Problem und das Eutyphron-Dilemma haben mich auch beschäftigt. Danach habe ich mich mit dem Konzept der griechischen Tragödie beschäftigt, in der ein tragischer Held durch die Verkettung unglücklicher Umstände und sein eigenes Handeln in eine Katastrophe gerät, die seine Existenz und psychische Integrität in Frage stellt. Hier gibt es kein Gut gegen Böse sondern ein Gut gegen Gut, ein aufeinanderprallen von berechtigten Ansprüchen. Besonders der Ödipus behandelt diese Fragen ausgiebig. Leider sind viele gute Tragödien verlorengegangen oder von Christen verbrannt worden. Zudem habe ich mich mit Mythen befaßt, vor allem Schöpfungsmythen. Erst in den letzten Jahren habe ich den Mut gefunden und mich meines eigenen Verstandes bedient. Ich habe mir in der Tabellenkalkulation alle Möglichkeiten, die mir einfielen aufgeschrieben, wie man einen neuen Glauben erdenken könnte und welche Möglichkeiten es für Leben und den Tod oder was danach kommt gibt. Ein Schlüsselerlebnis für mich war, als ein Priester zu einer psychisch Kranken Frau sagte, sie solle doch einmal in die Kirche kommen. Sie antwortete prompt: "Ich habe schon genug gelitten". 

Die Menschheit hat in ihrer Geschichte schon über 100.000 Religionen entwickelt. Eine Ausnahme bildet der Buddhismus in seiner Ursprungsform, weil er keine Götter kennt und alles aus dem Menschen selbst heraus definiert wird. Deshalb wird er von vielen Soziologen nicht zu den Religionen gezählt. Auch bezeichneten viele antike Historiker die Juden als ein Volk von Philosophen ohne Religion, weil es kein Gottesbild hatte. Die Indianer hatten eine eigene Religion. Sie fühlten sich aber auf der Erde so wohl, daß sie für in die "Ewigen Jagdgründe" eingehen wollten. Ihre Religion war sehr Naturverbunden. Sie sahen schon die Vernetzung aller Lebewesen, wie es auch der Buddhismus tut. Einige Aussagen sind: "Was du dem Netz antust, das tust du dir selbst an", oder " Ich bin selbst Natur ". Die Religion bestimmt immer noch große Teile unseres Lebens. Soziologen behaupten, daß selbst eine schlechte Religion besser sei als keine, weil schlechte Regeln besser seien als keine. Ich frage mich allerdings immer noch ob eine schlechte Lösung besser ist als keine. 

Ich selbst beklage, das die Religionen kein Prozeßdenken entwickelt haben. Eine Ausnahme ist da der Buddhismus. Und lineares denken scheint die Bildung eines Gottesbildes zu fördern, daß die Ursache von allem ist (wer erschuf Gott?) und immer eingreift. Das Christentum versucht alles aus den Heiligen Schriften zu interpretieren. Jesus hat nichts zu Atomkraft, Gentechnik, Schwangerschaftsabbruch gesagt. Seine Aussagen zu Sklaverei und Wirtschaft sind sehr zynisch und naiv. Trotzdem versucht man daraus immer noch Schlüsse für unser Leben 2000 Jahre nach dessen Himmelfahrt zu ziehen. Es gibt viele Möglichkeiten, was Jesus wirklich war, und was er getan hat. Es gibt nur die Bibel als Quelle. Die Qumran Rollen sind von einer nahestehenden Sekte. Eigentümlich finde ich auch, daß viele Bücher und Aussagen von Christen ziemlich leer und naiv sind, und in Büchern von  Atheisten viel mehr Gott oder Menschlichkeit steckt als in der Bibel. 

Eine Aufteilung in Gut und Böse scheint mir heute nicht mehr angebracht. Auch gut gemeinte und ausgeführte Aktionen können schlechtes hervorrufen. Böse Taten können im Endeffekt Gutes hervorbringen. 

Wichtig an der Religion scheint mir auch die Feststellung, daß immer eine Art Vertrag mit dem Gott oder den Göttern gemacht wird: Wenn man den Regeln , die er/sie aufstellen folgt, dann erhält Mensch etwas dafür. 

Nach dem Tode sind denkbar: 

Alles Ende, Zeitlosigkeit und Ende, Ewiges Leben, Wiedergeburt, Dasein in einer anderen Sphäre, Eingehen ins Nichts, Wiederauferstehung, Andere Ebene des Lebens, Wie die Zeit ewig wird in einem Schwarzen Loch, wie eine Schwingung, Imaginäre Zeit, Weiterleben in den Gedanken der Menschen, Hölle, Himmel oder Fegefeuer, -Sein, nur Sein-, andere Möglichleiten die sich im Leben ergeben hätten durchlaufen, Verschmelzung mit allen, Ganz andere Existenz, man merkt es nicht wie beim einschlafen, Wunsch von einem wird wahr, neue Hölle, Tod als Ziel des Lebens. 

Was ist Gott: 

gibt es nur einen? - gibt es mehrere? - ist er Gut, ist er böse? - Zeigt er sich oder greift er ein? - ist Gott in allem? - Gott eine Person/Kraft außerhalb/innerhalb des Alls? - Ist Gott das Universum?- Ist man selber Gott oder ein Teil davon? 

Gibt es eine Seele? Oder gibt es wie bei anderen Kulturen mehrere?

Wenn es unendlich viele Universen nacheinander gibt, also immer wieder neue enstehen, dann müßte es auch unendlich viele Universen geben, in denen das Gleiche passiert, sich also mein Leben immer wiederholt. Es ist nur so, dass man keine Informationen von einen Universum in das andere bekommt. Wenn unendlich mal wieder das gleiche passiert, wäre das das ewige Leben. Diesen Gedanken hatte auch schon Nietzsche mit seiner unendlichen Winderkunft des Gleichen.

Eine andere Frage stellt sich mir immer wieder: Müssen wir erlöst werden und wovon? Ich denke die Priester reden uns erst ein schlechtes Gewissen ein um uns danach mehr schlecht als recht davon zu kurrieren bzw. alles noch mehr zu verwirren. 

Ist die Idee eines alles beobachtenden und richtenden Gottes nicht so wie 1984 von Orwell und produziert selbst eine Hölle. Ist der Teufel nicht in der Hölle eine positive Gestalt? Warum muß ein Gott, dessen Barmherzigkeit grenzenlos ist, Menschen in der Hölle foltern? 

Ich denke ich bin heute ein Pantheist. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott. Ich habe eine Seite www.Pantheismus-Online.de eingerichtet.

Es interessiert mich auch die Frage, warum ich gerade als Johannes Fangmeyer die Welt sehe, ich hätte ja auch irgendwer anders sein können. Vielleicht hat ja jemand eine Antwort darauf.


Ecosia.org

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Metacrawler.de

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Links:

Suchen nach Atheismus, Religionskritik, Feminismus

Atheismus: 

Atheismus-online

Atheismus.de

Die Große Göttin: 

Hannelore.de

diegoettin.de


Buecherfinder

bookbutler


Buchpreis24

Literatur:

Karl-Heinz Deschner: 

- Kriminalgeschichte des Christentums (es gibt Band 1-5 von 10 geplanten) rororo 

- Abermals krähte der Hahn - btb 

- Das Kreuz mit der Kirche. Eine Sexualgeschichte des Christentums. - Heyne 

Edgar Dahl (Hrsg.): 

- Die Lehre des Unheils 

Heide Göttner-Abendroth 

- Die tanzende Göttin - Frauenoffensive Verlag 

- Die Göttin und ihr Heros - Frauenoffensive Verlag 

- Für die Musen - Verlag 2001

Heide Göttner-Abendroth, Fee Morgane - Der Heilige Gral - Die großen Göttinnenmythen des keltischen Raumes neu erzählt, Königstein, Ulrike Helmer Verlag, 2005, ISBN: 3-89741-166-0

Heide Göttner-Abendroth, Inanna - Gilgamesh - Isis -Rhea, die großen Göttinnenmythen Sumers, Ägyptens und Griechenlands neu erzählt, Königsstein, Ulrike Helmer Verlag, 2004, ISBN: 3-89741-158-X

Heide Göttner-Abendroth, Frau Holle - Das Feenvolk der Dolomiten, die großen Göttinnenmythen Mitteleuropas und der Alpen neu erzählt, Ulrike Helmer Verlag, 2005, ISBN: 3-89741-167-9

Gerda Weiler

Gerda Weiler, Ich verwerfe im Lande die Kriege - Das verborgene Matriarchat im Alten Testament, München, Frauenoffensive, 2. Auflage 1986, ISBN: 3-88104-140-0

G. Ranke-Graves: 

- Die weiße Göttin - rororo 

Barbara G. Walker: 

- Das geheime Wissen der Fauen (Ein Lexikon) - Verlag 2001 

Gunnar Heinsohn: 

- Was ist Antisemitismus - Eichborn 

Peter W. Atkins: 

- Schöpfung ohne Schöpfer - rororo 

Hubert Schleichert: 

- Wie man  mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren - C.H. Beck 

Brigitte Röder, Juliane Hummel, Brigitta Kunz: 

- Göttinen Dämmerung - Droemer Knauer 

Gerhard Streminger: 

- Gottes Güte und die Übel der Welt. Das Theodizee-Problem - Tübingen 1992 

Marvin Harris: 

- Fauler Zauber. Wie der Mensch sich täuschen läßt. - DTV 

Tragödien von Euripides, Sophokles, Aischylos 

Uta Ranke Heinemann: 

- Ja und Amen 

Mythen: 

Das Gilgamesch-Epos - Reclam 

Enuma Elish (in Englisch häufig zu finden > Suchmaschine)

Luc Ferry, Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung, München, Antje Kunstmann, 2007, ISBN:978-3-88897-468-7


Erstellt 5.01.1998 , Version vom 30.09.2016, Johannes Fangmeyer, GNU-FDL
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