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Schizophrenie                                                         zurück

0. Begriff

1. Krankheitsbilder

2. Behandlung

3. Ursachen

4. Forschung

5. Recht

0. Begriff                                                                    Top

Der Begriff Schizophrenie wurde 1911 von Eugen Bleuler eingeführt, um eine Krankheitsgruppe zu bezeichnen, die vorher Dementia praecox hieß. Der Begriff bedeutet "Gespalten" von schizo und "Seele" von phren. Er ist der Begriff für psychisch Krank überhaupt und hat einen negativen Beigeschmack und bedeutet in der Bevölkerung soviel wie: Gefährlich, Unberechenbar, Unheilbar usw. Schizophren wird auch immer wieder mit multipler Persönlichkeit verwechselt. Ich halte es nicht für gut, Menschen mit der Diagnose Schizophrenie abzustempeln. Man sollte dies eher als Krise bezeichnen. Thomas Szasz hat auch bis jetzt unwiderlegt dargelegt, dass Eugen Bleuler die Krankheit erfunden hat, um dem Zwang der Gesellschaft nachzukommen diese unerwünschten Personen aus der Gesellschaft auszuschließen und in der Psychiatrie einzusperren. Die Bezeichnung der Krankheit hatte also weniger medizinische, als gesellschaftliche Gründe. Schizophrenie ist eine erfundene Krankheit. Es ist falsch, Menschen so zu ettikettieren.

1. Krankheitsbilder                                                      Top

1.1 Paranoide Schizophrenie

Der Kranke fühlt sich verfolgt, glaubt, daß ihm Gedanken entzogen oder eingegeben werden, daß man seine Gedanken lesen kann. Zudem hat der Kranke akustische Halluzinationen. Er hört Stimmen, die ihm etwas befehlen, oder seine Handlungen kommentieren. Das Denken ist gestört.

1.2 Hebrephene Schizophrenie

Das Denken des Patienten ist zerfahren, ebenso die Sprache. Es treten Minussymptome wie Antriebsschwäche und Stimmungstiefs auf. Der Erkrankte isoliert sich sozial. Soll nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen diagnostiziert werden.

1.3 Katatone Schizophrenie

Der Kranke hat Psychomotorische Störungen, die zwischen Erregung und Stupor (Bewegungslosigkeit) schwanken können.

1.4 Schizoaffektive Störungen

Bei diesem Krankheitsbild ist die Schizophrenie mit manisch-depressiven Elementen vermischt. Der Kranke hat starke Stimmungsschwankungen.

1.5 postschizophrene Depressionen

Häufig bekommen Kranke nach der Psychose eine Depression. Die schizophrenen Symptome treten dann in den Hintergrund.

1.6 Schizophrenia simplex

Bei dieser Art der Erkrankung kommen die Symptome schleichend über Jahre hinaus zum Vorschein.

Eine andere Art der Einteilung unterscheidet zwischen positiven und negativen Symptomen. Positiv heißt hier, es ist da, sollte aber fehlen. Minus heißt hier es fehlt, sollte aber da sein.

Plus-Symptomatik

- Halluzinationen

           Akustische oder visuelle Halluzinationen. Meist ist es das Stimmenhören.

- Wahn

          Der Kranke hat Wahnvorstellungen. Er meint verfolgt zu werden, oder seine Gedanken können gelesen werden oder sie werden ihm entzogen.

- Denkstörungen

       Das denken ist zerfahren, oder so schnell, daß die Gedanken nicht verfolgt werden können. Alles ist unlogisch und konfus.

- Ichstörungen

       Der Kranke kann nicht erkennen wo er selbst aufhört und seine Umwelt änfangt. Er fühlt sich sozusagen körperlos.

Minus-Symtomatik

- Apathie

          Der Kranke hat keinen Antrieb und hat zu nichts Lust. Er tut den ganzen Tag gar nichts.

- Emotionslosigkeit

      Der Kranke hat keine Emotionen. Er kann weder Trauer, Freude, Wut usw. ausdrücken.

- Depressionen

      Der Kranke hat nur Negative Gedanken. Auch hat er weniger Gedanken. Oftmals denkt er nur an Selbstmord.

- sozialer Rückzug

        Der Kranke zieht sich von seiner Umwelt zurück. Er hat kaum noch Kontakte zu anderen Menschen.

2. Behandlung                                           Top

2.1 Medikamente

Ein Hauptbestandteil der heutigen Schizophrenie-Behandlung ist die Verabreichung von Neuroleptika. Die Sogenannte Dopamin-Hypothese besagt, daß zuviel Dopamin an den Rezeptoren der Neurotransmitter gebildet wird. Die Neuroleptika verringern die Dopamin-Produktion an den Synapsen und führen so zu einer Besserung der Krankheit. Da die Neuroleptika viele Nebenwirkungen haben werden sie allerdings nicht gerne genommen. Um zu verhindern, daß die Neuroleptika vom Patienten selbstständig abgesetzt werden, werden sie auch in Form von Depotspritzen verabreicht.

2.2 Beschäftigungstherapie/Ergotherapie

In der Beschäftigungstherapie werden die Konzentration und handwerkliche Fähigkeiten trainiert. Dort kann man mit Holz und Ton arbeiten sowie Seidenmalerei, Korbflechten, Papierarbeiten usw. betreiben.  Malen kann man auch. Auch kann man Denksportaufgaben lösen, damit die Konzentration gestärkt wird.

2.3 Gruppentherapie

Schizophrene, die an einer Gruppentherapie teilnehmen haben geringere Rückfallquoten als die, welche nicht daran teilnehmen. In diesen sogenannten Bewältigungsgruppen werden Erfahrungen über die Krankheit ausgetaucht und Fragen geklärt. Ein Psychiater/In oder eine PsychologIn betreuen diese Gruppen.

2.4 Verhaltenstherapie

In der Verhaltenstherapie wird mit Hilfe einer PsychologIn versucht Fehlverhalten, daß zu Streß  führt zu vermeiden und richtiges Verhalten, daß Psychosen verhindert einzuüben. Die PsychologIn hilft einem einen Wochenplan auszuarbeiten, stellt mit einem Lebensziele auf und zeigt einem Techniken, die einem Anzeigen, wann man wieder eine Psychose bekommt und hilft diese abzumildern.

2.5 Psychoanalyse

Sehr wenige Psychoanalytiker trauen sich an die Behandlung von Schizophrenen. Die Behandlung ist meist langwierig und schwierig. Der Psychiater/Psychologe Stavros Mentzos hat die Psychoanalyse abgewandelt und eine Form für Psychoseerkrankte gefunden.

2.6 Soziotherapie

Schon während des Krankenhausaufenthalts kümmert sich ein Sozialarbeiter um Mietangelegenheiten, die Arbeitsstelle und Behördengänge. Auf Wunsch kann der Patient auch nach dem Krankenhausaufenthalt betreut werden. Manche Kranke gehen in betreute Wohnheime, wo sie von Sozialarbeitern und Psychiatern betreut werden.

3. Ursachen                                                                 Top

Wahrscheinlich gibt es keine einzelne Ursache der Schizophrenie, sondern eine Mischung aus den unten Angeführten Einzelursachen.

3.1 Stoffwechselstörungen

Die Dopamin-Hypothese besagt, daß an den Synapsen der Nervenzellen im Gehirn zuviel Dopamin produziert wird, und es so zu Denkstörungen kommt. Die Botenstoffe funktionieren nach dem Schlüssel-Schloß-Prinzip. Dopamin ist auch für die Kreativität der Menschen verantwortlich. Die genauen Zusammenhänge dieser Stoffwechselstörung sind aber nicht bekannt. Zudem könnten auch andere Botenstoffe wie Serotonin daran beteiligt sein.

3.2 Genetische Ursachen

Aus Untersuchungen weiß man, daß Kinder von einem Schizophrenen Elternteil zu 15% an Schizophrenie erkranken. Wenn beide Elternteile erkrankt sind steigt die Wahrscheinlichkeit auf über 50%. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen ein Schizophrenie-Gen zu isolieren.  Bei eineiigen Zwillingen erkranken 50% der zweiten Zwillinge, wenn einer an Schizophrenie erkrankt. Bei Kindern von schizophrenen Müttern, die zur Adoption freigegeben sind liegt der Anteil bei 10-15%. Es müssen also noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Man geht im allgemeinen von einer Veranlagung für Schizophrenie aus, die aus einer Empfindlichkeit gegenüber der Krankheit resultiert.

3.3 Psychosoziale Ursachen

Hiermit sind Streßsituationen gemeint, die zum Auslöser der Schizophrenie werden können. Der Kranke hat nicht gelernt mit Streßsituationen wie Arbeitsstreß oder Familienproblemen umzugehen.

3.4 Kommunikationsstörungen

Gregory Bateson macht Kommunikatiosstörungen für die Schizophrenie verantwortlich. Bei seinen Untersuchungen zeigte sich, daß in Familien mit Schizophrenen gehäuft "double binds" vorkommen. Doppelbindungen sind Befehle, die sich nicht erfüllen lassen, weil sich beide Teile des Befehls sich wiedersprechen. Diese Ursache ist aber umstritten.

4. Forschung                                                                  Top

In der Forschung werden vor allem biologische Krankheitsursachen untersucht. So werden mit Computertomographen und anderen Methoden die Neurotransmittertätigkeit im lebenden Gehirn untersucht. Auch sucht man schon lange nach einem Schizophrenie-Gen. Zudem werden Gehirne von Kranken mittels Röntgen oder Computertomographie auf physische Abnormalitäten hin untersucht. Bislang fand man jedoch keine Abnormalitäten bei allen Kranken.

5. Recht                                                 Top

Wenn man während seiner Psychose gewälttätig wird, oder Selbstmordversuche begeht, kann man zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen werden. Ein Beschluß nach dem Psychisch-Kranken Gesetz (PsychKG) kann zu einem Freiheitsentzug von mehreren Wochen oder nach dem ermessen der Ärzte führen. Dann bleibt man eingesperrt, bis der Beschluß aufgehoben wird.

Neuerdings kann man auch einen Behandlungsvertrag mit dem Krankenhaus abschließen, indem man bestimmte Behandlungsverfahren und Medikamenten-Unverträglichkeiten angibt. Doch noch nicht alle Krankenhäuser erkennen sie an. Genauso kann man ein Psychiatrisches Testament mit Angabe von Betreuern und Vertrauenspersonen sowie Behandlungsanweisungen in Bezug auf Medikamente beim Krankenhaus hinterlegen. Die Vorsorge-Vollmacht wird von den Anwälten favorisiert. Man kann sich bei der Bundesnotarkammer registrieren lassen, so dass auch die Kliniken per Internet darauf zugreifen können.

Erstellt am 2.02.1999, Version vom 2.10.2016, Johannes Fangmeyer, GNU-FDL
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